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Oft wird in den Medien über Kürbisvergiftungen berichtet, was ist wahr an dieser Berichterstattung?
Wir wollen der Sache mal nachgehen.


Um welchen Giftstoff handelt es sich dabei?
Kürbisse enthalten wie alle Curcubita-Früchte (Kürbisse, Gurken) den Giftstoff Curcubitacin. Aus den Speisekürbissen und Gurken ist dieser Giftstoff weitgehends herausgezüchtet. In den Zierkürbissen jedoch, ist Curcubitacin noch in der natürlichen Menge, wie in der Wildform, vorhanden.

Was bewirkt dieser Giftstoff?
Curcubitacin ist nicht tödlich. In größeren Mengen gegessen verursacht er beim Menschen jedoch Unwohlsein bis hin zu Durchfall und Erbrechen.

Woran erkenne ich ob mein Kürbis diesen Giftstoff enthält?
Ob der Kürbis Curcubitacin in größeren Mengen enthält lässt sich leicht feststellen. Das Gift verursacht einen bitteren Geschmack.

Kürbisvergiftungen: Märchen oder wahr?
Wenn Jemand den Kürbis in der Küche verarbeitet, sollte er vorher ein Stück des Kürbisfleisches probieren. Dabei lässt sich der bittere Geschmack zweifelsfrei feststellen und das Probieren verursacht keinerlei Wirkungen.
Welcher Koch, welche Hausfrau probiert nicht vorher ein Stück Kürbis, bevor er/sie die anderen leckeren Zutaten in ein ungeniessbares Gericht verschwendet?
Wer tut sich das an, eine bitter schmeckende ungeniessbare Kürbissuppe bis zum Erbrechen herunterzuschlingen?
Curcubitacin hat nun mal einen extrem bitteren Geschmack und dieser Geschmack geht auch beim Kochen nicht weg.
Weil das so ist, dürften Berichte, wonach ganze Familien mit Kürbisvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, Fehldiagnosen sein.

Können Zierkürbisse den Speisekürbis anstecken?
Anstecken schon mal gar nicht, weil es sich ja um ein Gift handelt. Von daher sind Vorschläge, wie ‘Speisekürbisse und Zierkürbisse nicht nebeneinander pflanzen’ sinnfrei. Selbst eine Bestäubung des Speisekürbisses mit Pollen aus einem Zierkürbis, hat auf die Frucht des Speisekürbisses überhaupt keine Auswirkung. Nur wenn in dem Fall die Kerne im nächsten Jahr gepflanzt werden, könnte es zu Überraschungen kommen. Könnte, denn:

Es gibt im Handel ungefähr 20 Sorten, die ausschließlich Zierkürbisse sind (z.B. Indian Mix, Flat striped Pear und Warzenmischungen) und in denen der Giftstoff in natürlicher Höhe vorhanden ist und die deshalb ungeniessbar sind.

Kürbisse kreuzen sich eigentlich nur innerhalb ihrer Familie. Diese Zierkürbisse gehören allesamt zur Familie Curcubita-pepo, die sich normaler Weise nicht mit Curcubita-maxima und C.-moschata (diese beiden Familien bilden unsere Speisekürbisse) kreuzt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Möglichkeit, dass auf diese Weise Bitterstoffe in den zukünftigen Kürbis kommen ist äußerst gering.

Der Vorschlag von Saatguthändlern, man sollte, weil sich Zierküsse in die Speisekürbisse vermischen könnten, keine selbstgewonnenen Kerne zu benutzen, ist, allerdings aus anderen Gründen als vorgegeben, verständlich.

Zu guter letzt!
Auch wenn Curcubitacin aus dem Speisekürbis herausgezüchtet wurde, kann es vorkommen, dass sich mal eine Pflanze auf die Eigenschaft, diesen Giftstoff zu produzieren, ‘besinnt’. Wenn sie deshalb bei der Verarbeitung ein Stück probieren, sind sie auf der sicheren Seite.

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